News - Januar 2019


09.01.2019

Die Luft war schon früh raus - Verbandsliga-Handballer der TSG Wittenburg geben beim 27:12-Sieg gegen den Hagenower SV eindeutig den Ton an

 

von Thomas Willmann

06. Januar 2019, 23:00 Uhr

 

Ein spannender Derby-Schlagabtausch scheint einfach nicht drin zu sein, wenn in der Handball-Verbandsliga die Männerteams von TSG Wittenburg und Hagenower SV aufeinandertreffen. Eine Mannschaft hat immer deutlich die Nase vorn. So auch am Samstagabend in der Wittenburger Mehrzweckhalle. Die Gastgeber feierten einen 27:12-Sieg und nahmen damit in überzeugender Manier Revanche für die Mitte November kassierte 19:28-Hinspielniederlage in Hagenow.

 

Die Zuschauer, die beide Partien live miterlebten, dürften sich verwundert die Augen gerieben haben. Der komplette Rollentausch innerhalb dieses relativ kurzen Zeitraums war schon erstaunlich. Bekamen die Wittenburger im ersten Vergleich gegen ein gut aufgelegtes Hagenower Team kein Bein an die Erde, so war es diesmal genau umgekehrt. „Wir haben heute das gezeigt, was uns im Hinspiel völlig gefehlt hat – zwei gut aufgelegte Torhüter und eine Deckung, gegen die es kaum ein Durchkommen gab“, war Ludger Schmidt die Zufriedenheit anzuhören. „Im Angriff gibt’s allerdings noch Luft nach oben“, schränkte der TSG-Trainer ein. Für sein Gegenüber entsprach das Ergebnis dem Spielverlauf. 25 technische Fehler seines Teams hatte Joachim Tügel auf dem Zettel notiert, zudem eine Vielzahl von Fehlwürfen: „Drei Wochen ohne Training. Und dass hier ohne Harz gespielt werden muss, hat es uns zusätzlich schwer gemacht. Das sollen aber keine Ausreden sein, uns hat es heute an der nötigen Grundeinstellung gefehlt. Wenn du nur zwölf Tore wirfst, was willst du da erwarten?“

 

Rund 300 Zuschauer sorgten für eine tolle Kulisse. „Wir haben im Verein entschieden, bei Heimspielen generell keinen Eintritt zu nehmen und werden dafür mit einer vollen Halle belohnt“, freute sich TSG-Abteilungsleiter Bernd Greskamp. Ausgeglichen ging es nur in den beiderseits nervös geführten Anfangsminuten zu. Das 2:1 durch den beweglichen Tim Koch (5.) blieb die einzige Gäste-Führung. Danach erzielten die Wittenburger fünf Tore in Folge und setzten sich so schnell ab. Obwohl auch bei ihnen längst nicht alles wunschgemäß lief, sie sich gerade im Angriff Unkonzentriertheiten und Fehlwürfe leisteten, reichte es doch, um den Gegner jederzeit auf Abstand zu halten und mit einer komfortablen 13:7-Führung in die Kabine zu gehen.

 

Der zahlreich vertretene Hagenower Anhang hoffte vergeblich auf eine Steigerung der eigenen Mannschaft. Im Gegenteil: Dem HSV gelangen in der zweiten Halbzeit noch ganze vier Tore, wovon drei Tim Koch vom Siebenmeterpunkt erzielte. Will heißen: In 30 Minuten trafen die Gäste nur einmal aus dem Feld heraus. Großen Anteil daran hatten sicher die sehr aufmerksam und beweglich agierenden Wittenburger Deckung und ein stark haltender Berno Pätzmann. Die oft unplatzierten und schlecht vorbereiteten Abschlüsse machten es ihnen allerdings auch leicht. Das Spiel war längst entschieden, als der Abstand beim 20:10 (46.) erstmals Zweistelligkeit erreichte. Die Luft war raus, in den letzten Minuten ging es bisweilen ziemlich strukturlos auf dem Feld zu. Da merkte man dem Spiel der Gastgeber an, dass sie auf Grund der ferienbedingt gesperrten Halle ebenfalls nicht trainiert hatten und an diesem Tag gewissermaßen einen „Kaltstart“ hinlegten.

 

In jedem Fall erwähnenswert war die angenehme Atmosphäre, die dieses Duell prägte. Abgesehen von einer unnötigen Aktion, die kurz vor Schluss zur Disqualifikation eines Hagenower Spielers führte, hatten die souverän amtierenden Schiedsrichter keinerlei Probleme mit der ausgesprochen fair geführten Partie. Nach dem Schlusspfiff feierten die Wittenburger Anhänger minutenlang ihre Mannschaft, die sich ihrerseits mit einem Jubelkreis zu den beliebten Gesängen „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“ verabschiedete.

 

TSG Wittenburg: Pätzmann, Romberg – Schulz, Trester (2), Koberstein (1), Stepan (7), Kögler (4/2), Techam (1), Jaklin, Ba. Greskamp (5), H. Schmidt (2), Heckmann(4), Koch (1), Langhans

 

Hagenower SV: Braun, M. Thiel – Brink, Schluck, Pötzsch (1), Rinke (3), Schilling, Pätzold, Fietkau, Koch (7/3), Schomann, Höhn, Schilling (1), Burmeister

 

– Quelle: https://www.svz.de/22161687 ©2019

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