8. Spieltag 2014/2015 / Hagenower SV - SV Mecklenburg-Schwerin II / 27:46

Am Samstag hatte es der Hagenower SV mit der Zweiten des SV Mecklenburg Schwerin zu tun. Den sogenannten Jungstieren. Wie süß. Und wenn Vaddi ausreichend Geld reinbuttert, darf man sich sogar nochmal jung fühlen. Allein ein Blick auf das Torverhältnis beider Mannschaften reicht aus, um die Rollen zu verteilen. Da kann dann schon leicht der Vergleich David gegen Goliath gezogen werden. Im Gegensatz zu Partien gegen direkte Konkurrenten, die auf erbärmliche Art und Weise verloren gehen, reißt sich der HSV bei solchen Spielen ja ab und an auch mal den Allerwertesten auf, um sich wenigstens einigermaßen achtbar aus der Affäre zu ziehen. Offensichtlich ist sich der HSV schlichtweg zu schade, sich mit Mannschaften auf Augenhöhe zu messen. Es zählen anscheinend nur die ganz dicken Fische. Und so begann die Partie dann auch recht verheißungsvoll.

Mit einer 3-3-Deckung sollte das schnelle und vor allem sichere Kombinationsspiel der Gäste gestört werden. Leider agierte der HSV beim Verschieben zu behäbig, so dass die Schweriner über den rechten Rückraum zu einfachen Toren kamen. Im Angriff knackte man die gegnerische Abwehr ebenfalls mit guten Kombinationen. Insbesondere über die Außenpositionen waren die Stiere anfällig.

Bis zur Mitte der ersten Halbzeit konnten sich die Gäste noch nicht nennenswert absetzen. Der HSV hielt sich hartnäckig. So sah sich der Gästetrainer zu einer Auszeit genötigt. Diese zeigte Wirkung. Die Hauptstädter enteilten nun Tor um Tor. Zwar bissen sich die Gastgeber nochmal auf 11:14 heran. Doch im Endspurt setzte sich der SVM bis zum Halbzeitpfiff beinahe schon vorentscheidend auf 13:20 ab.

Naja, dass der HSV hier nichts zu bestellen hätte, war den Akteuren im Vorhinein bereits klar. Man wollte sich immerhin möglichst teuer verkaufen. So setzte es in der Halbzeitansprache ausnahmsweise mal keine Standpauke. Die Spieler schwörten sich nochmal auf die zweite Halbzeit ein, weiterhin Ruhe zu bewahren und es dem Gegner nicht allzu leicht zu machen.

Das Halbzeitergebnis schien für die Gäste hingegen nicht ganz so zufriedenstellend gewesen zu sein. Mit einer Menge Wut im Bauch wurde der HSV regelrecht überrollt. Die spielerischen und athletischen Defizite wurden den Gastgebern jetzt gnadenlos vor Augen geführt. Man sah sich geradezu hilflos dem Gegner gegenüber. Für die Schweriner waren die zahlreichen Sprinteinlagen mit erfolgreichem Torabschluss nicht mehr als eine angenehme Trainingseinheit. Im Spiel Mann gegen Mann waren die Gäste ihrem Gegner in Gedanken und Bewegungsablauf mehr als einen Schritt voraus. So sahen die Hagenower dem Ball häufig nur noch hinterher. In der Abwehr fand man kaum Bindung zum Nebenmann und schon gar nicht zum Gegenspieler. Im Angriff gelang nur noch wenig. Das adäquate Mittel, das Spiel über die Außen, wurde nur noch selten genutzt. Und da die Stiere auch in der Deckung genauso aufmerksam agierten, war für den HSV bereits im Spielaufbau häufig das Ende der Fahnenstange erreicht.

So überrascht das 27:46 am Ende nur wenig. Mit der Torausbeute war der HSV im Endeffekt noch zufrieden. Bei den Gegentreffern hätten es auch gerne weniger sein dürfen. Die Zuschauer bedankten sich trotzdem höflich für die Kampfbereitschaft und den interessanten Spielverlauf.

Aufstellung: Struck, Braun – J. Tügel, Brink, Burmeister, Patzner, Pötzsch, R. Thiel, N. Tügel, Pätzold, Koch, Rothgänger, Dietze, Glasemann


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