6. Spieltag 2014/2015 / Hagenower SV - SG Crivitz-Banzkow  / 25:29


Der Hagenower SV ist natürlich nicht so vermessen, zu behaupten, gegen die SG Crivitz-Banzkow zwei sichere Punkte einfahren zu können. Denn während jenseits des zweiten Tabellenplatzes die Meisterschaftspunkte frei verteilt werden, grüßt die SG noch ungeschlagen von der Tabellenspitze.

 

Doch dass sich der HSV in der Rolle des Favoritenschreckes sehr wohl gefällt, wurde in der Vergangenheit eindrucksvoll bewiesen. Den Gästen standen lediglich zwei Reservespieler zur Verfügung. Ein Umstand, der gerade gegen den HSV nichts zu bedeuten hat.

 

Waren die Vorgaben im Vorfelde klar definiert (sicheres Kombinations- und schnelles Umkehrspiel bei Ballverlust, sowie kompaktes Abwehrverhalten), um eine deutliche Niederlage zu vermeiden, sollten diese im weiteren Spielverlauf ein wenig optimiert werden. Denn schnell wurde den Hausherren deutlich, dass hier und heute mitnichten nur eine derbe Klatsche abzuwenden war. Der HSV spielte munter und befreit mit. Stellte die SG vor eine größere Hürde, als befürchtet.

Zugegeben, die 3-3-Deckung funktionierte nicht optimal. Dem gegnerischen Kreis war nur selten beizukommen. Den Außenspielern bot sich viel Raum zum Torwurf. Das gegnerische Aufbauspiel wurde aber über weite Strecken gut gestört. Bei Ballgewinn ging es dann postwendend Richtung Tor der SG. Gerade mit diesem Mittel war der Gegner anfällig. Und wäre der Torhüter der Gäste nicht glänzend auf die Hagenower Außenangreifer eingestellt, wer weiß, vielleicht hätte es zur Halbzeit schon eine kleine Überraschung gegeben. So stand es dann leider nur 10 zu 12 aus Sicht des Hagenower SV.

 

Man merkte bereits, dass der meiste Druck eher auf den Schultern der Gäste lag. Während der HSV unbekümmert aufspielte, haderte der Gegner zu sehr mit sich selbst und vor allem mit dem Schiedsrichterpaar.

Angesichts des bisher engen Spielverlaufs und der Tatsache, dass hier bei konzentrierter Arbeit durchaus ein Punktgewinn möglich ist, wurden in der Halbzeit deutliche Worte gewählt. Der HSV witterte seine Chance. An der schwachen Chancenverwertung musste jedoch gearbeitet werden, soviel war klar.

Etwas übermotiviert kamen die Gastgeber dann aus der Kabine. Auch in der zweiten Halbzeit zeigte der HSV eine grottenschlechte Wurfquote von den Außenpositionen. Allein auf Linksaußen zählte man nach Abpfiff der Begegnung 9, zum Teil frei vor dem Tor, verworfene Bälle. Ein Pfund, dass der gut aufgelegte Rückraum nur schwer auszugleichen wusste. Da half auch die gute Ausbeute bei den Strafwürfen nichts. Der Gegner zog, begünstigt durch die vielen Ballverluste, auf sechs Tore davon. Doch aufgeben kam für den Hagenower SV nicht in Frage. In der Schlussviertelstunde wurde nochmal zur Aufholjagd geblasen, gekrönt mit einem frechen Heber vom Siebenmeterpunkt und einem lobenswerten Tempogegenstoß in Kooperation unserer drei Nachwuchskräfte.

 

Die Zeit wurde allerdings immer knapper. Auch weil die Unparteiischen endlich ein Erbarmen zeigten und unter dem ständigen Lamentieren des gegnerischen Spielmachers einknickten, blieb der Abstand zum Gegner konstant. Der Grund dieser Niederlage war eindeutig in den eigenen Reihen zu suchen. Kampf und Siegeswille stimmten zweifelsfrei. Doch die fehlenden, fest eingeplanten Tore auf den Außenpositionen machten am heutigen Tage den Unterschied aus. Dabei darf sich die linke Seite am ehesten angesprochen fühlen.

So war die 25-29-Niederlage durchaus vermeidbar. Der Stein, der den Gästen vom Herzen fiel, war deutlich zu hören. Sieht man mal von der schwachen Vorstellung der Außenspieler ab, war dies eindeutig eine Leistung, mit der man am kommenden Wochenende beim Tabellenvorletzten, SV Warnemünde II, wichtige Punkte einfahren kann.

 

Aufstellung vom Wochenende: Struck, Braun – J. Tügel, Brink, Patzner, Pötzsch, R. Thiel, N. Tügel, Pätzold, Fietkau, Koch, Rothgänger, Züllich, Dietze


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